Nominierung für Österreichs „Ehren-Oscar“ der Medienbranche

Sendereihe „Was ist schon normal?“ erhält besondere Anerkennung beim Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis

Die Sendereihe „Was ist schon normal?“, eine Kooperation des Freien Radio Salzkammergut (FRS) und der Lebenshilfe Bad Ischl, wurde im Rahmen des renommierten Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreises gewürdigt. Für die Einreichung der Sendereihe war Erika Preisel, langjährige Mitarbeiterin des Freien Radio Salzkammergut und Redaktionsleiterin des Projekts, nominiert und hat den 4. Platz erreicht.

 

Renommierter Journalismuspreis

Alle zwei Jahre wird der Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis vom Österreichischen Journalisten-Club verliehen, so auch am 8. Juni 2026 in Wien. Dieser „Ehren-Oscar“ der Medienbranche zeichnet die „herausragende publizistische Leistung einer Person/einer Redaktion“ aus, die gesellschaftlich relevante Themen aufgreift und einem breiten Publikum zugänglich macht. Das ist Erika Preisel und ihren Kooperationspartner:innen von der Lebenshilfe Bad Ischl gelungen – stellt doch bereits die Nominierung und die Platzierung im Spitzenfeld eine besondere Anerkennung für die Qualität der Sendereihe dar. Die Produktion erreichte Platz 4 ex aequo und wurde von der Jury für ihre Arbeit zu einem gesellschaftlich relevanten Thema explizit positiv bewertet. „Besonders freut mich an dieser Ehrung, dass damit Themen ins Rampenlicht gerückt werden, denen eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit gebührt. Von unserem Projekt haben viele Menschen profitiert und Neues kennengelernt, inklusive mir selbst. Und die Freude an der Radioarbeit war bei allen groß!“, sagt Erika Preisel. Ausdrücklich gratulieren möchte sie im Namen der FRS-Redaktion der Gewinnerin des Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreises, Tiba Marchetti (ORF-Reportagen „Am Schauplatz“).

 

Inklusive Medienarbeit mit nachhaltiger Wirkung

„Was ist schon normal?“ entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Freien Radio Salzkammergut und der Lebenshilfe Bad Ischl. Im Mittelpunkt standen die Lebensrealitäten von Menschen mit Beeinträchtigungen, die nicht nur Thema der Sendung waren, sondern die Inhalte selbst mitgestalteten und ihre eigenen Perspektiven einbrachten. Unter der Redaktionsleitung von Erika Preisel, sowie mit der Lebenshilfe-Mitarbeiterin Sonja Loidl-Stadler und der blinden Beschäftigten Philomena Eisl in Redaktion und Moderation entstanden zahlreiche Sendungen, die Einblicke in Arbeitswelten, Wohnformen, Freizeitaktivitäten und persönliche Erfahrungen ermöglichten. Zu Wort kamen Beschäftigte der Lebenshilfe ebenso wie Angehörige, Expert:innen und Menschen aus dem regionalen Umfeld, wie zum Beispiel Besucher:innen des Keramikcafés in Bad Ischl. Die Sendereihe setzte auf authentische Stimmen und Perspektiven und leistete damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Sichtbarkeit, Teilhabe und gesellschaftlichem Verständnis – jenseits von Klischees und künstlicher Distanz. Der Begriff „normal“ wurde dabei im Lauf der Sendereihe lustvoll zerlegt und entlarvt.

 

Anerkennung für gelebte Inklusion im Radio

Für das Freie Radio Salzkammergut ist die Nominierung ein starkes Zeichen für den Wert inklusiver Medienarbeit. Die Sendereihe zeigte beispielhaft, wie Medien Menschen eine Stimme geben können, die in öffentlichen Debatten häufig zu wenig Gehör finden. Die Anerkennung beim Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis würdigt damit nicht nur die Arbeit von Erika Preisel, sondern auch die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Freien Radio Salzkammergut und der Lebenshilfe Bad Ischl. Sie zeigt, welchen Beitrag inklusive Medienarbeit zu einer vielfältigen und demokratischen Öffentlichkeit leisten kann.

Die Sendereihe ist weiterhin online abrufbar: https://freiesradio.at/sendungen/was-ist-schon-normal/