VOR ORT

 

In der 99. Ausgabe von VOR ORT führt Christian Aichmayr ein Gespräch mit dem Psychotherapeuten Mag. Karl Scheuringer aus Rutzenham über diverse Themen im und zum Bereich der heutigen Psychotherapie.

So beträgt der maximale finanzielle Zuschuss seitens der OÖ. Gebietskrankenkasse für eine Psychotherapieeinheit bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten aktuell € 28,–. Zu wenig – meint Karl Scheuringer – denn wenn finanziell schlecht gestellte Menschen in eine psychische Krisensituation geraten, ist eine Psychotherapie für sie kaum leistbar …

Die drei Titel, die im Rahmen des Beitrages zu hören waren, stammen vom britischen Musiker Kevin Coyne, der im Jahr 2004 im 61. Lebensjahr verstorben ist und der vor seiner Musikerkarriere Krankenpfleger in einer psychiatrischen Klinik in London war.

Fremdmaterial in Karl Scheuringer
Don’t Blame Mandy by Kevin Coyne ©
The World Is Full Of Fools by Kevin Coyne ©
Eastborne Ladies (Live) by Kevin Coyne ©

 

 

 

 

 

 

Das Arbeitslosengeld NEU wird nach derzeitigem Stand der Dinge im Jahr 2019 von der Bundesregierung eingeführt werden.

Geplant ist bei der Neuerung die degressive Gestaltung der Leistungshöhe des Arbeitslosengeldes mit klarem zeitlichen Verlauf und der Integration der Notstandshilfe – damit wird die Notstandshilfe, die derzeit etwa 160.000 Menschen in Österreich beziehen (davon sind 80 % österreichische Staatsbürger) de-facto abgeschafft.

Nach Ablauf des Arbeitslosengeldes würde dann die Mindestsicherung greifen – allerdings: Bevor man diese bekommt, müssen etwaige Ersparnisse aufgebraucht werden bis nur mehr 4.315,20 Euro (Wert für 2018) übrig sind. Bezieher einer Mindestsicherung sind auch nicht mehr pensionsversichert. Man erwirbt also keine weiteren Pensionsversicherungszeiten mehr.

Es wird also spannend: Grund genug für Christian Aichmayr, sich mit Mag. Josef Pürmayr, dem Geschäftsführer der Sozialplattform OÖ. zu treffen, um mit ihm ein Interview über die geplanten Veränderungen beim Arbeitslosengeld NEU zu führen.

Einige Tage nach dem Interview gab es zu dieser Thematik Berichte im Standard, welche neue Informationen lieferten: Das Sozialressort hat beim Wifo eine Studie in Auftrag gegeben und dafür auch einen „Modellvorschlag“ mitgeliefert. Dieser zeigt, in welche Richtung es gehen dürfte: Das niedrigste Arbeitslosengeld, für das man mindestens zwölf Versicherungsmonate vorweisen muss und das sechs Monate lang gewährt wird, sinkt demnach etwas – von 55 auf 50 Prozent des letzten Einkommens.

Danach steigt der Anspruch mit zunehmender Versicherungsdauer. Wer zumindest zehn Versicherungsjahre vorweisen kann, dürfte das Arbeitslosengeld länger als bisher beziehen, nämlich zwei Jahre statt einem. Auch die Höhe läge deutlich über dem aktuellen Anspruch, nämlich am Anfang bei 65 Prozent des Letzteinkommens. Danach würde die Nettoersatzrate alle sechs Monate um fünf Prozentpunkte sinken. Wer mehr als 15 Jahre eingezahlt hat und älter als 50 ist, dürfte laut dem Modell sogar unbegrenzt Arbeitslosengeld beziehen. Für diese Gruppe würde sich also gegenüber der Notstandshilfe wenig ändern.

Laut einem Wifo-Zwischenbericht hätten von den 356.000 Menschen, die im Jahr 2016 Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen, 121.000 keinen Anspruch auf das neue Arbeitslosengeld. 37.000 davon sind Menschen mit Behinderung. Diese Gruppe müsste künftig also die Mindestsicherung beantragen.Das Wifo hat auch Berechnungen der finanziellen Folgen angestellt. Demnach würden die Ausgaben für das Arbeitslosengeld um etwas mehr als eine Milliarde Euro sinken, umgekehrt würden die Ausgaben für die Mindestsicherung um knapp 900 Millionen steigen. Das ist insofern brisant, weil die Mindestsicherung von den Ländern bezahlt wird. Insgesamt würde sich die öffentliche Hand 185 Millionen Euro ersparen.

Weitere Ergebnisse: Frauen erhalten seltener einen höheren Leistungsbezug als Männer. Jugendliche erhalten besonders häufig keine oder eine geringe Leistung. Und ausländische Arbeitslose verlieren eher als inländische.

 

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Christian Aichmayr hat mit dem Grünen Landtagsabgeordneten Severin Mayr ein Interview über seine „Grias Di“ Tour geführt, bei der er im August 2018 mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Oberösterreich gefahren ist. Sein Ziel war es, zu erleben, wie diese von den Fahrplänen her funktionieren und wie es sich anfühlt, mit ihnen unterwegs zu sein.

Bei seiner Tour ist er mit zahlreichen Menschen ins Gespräch gekommen und hat sich dabei über die unterschiedlichsten Befindlichkeiten ein Bild machen können. Wie er im Beitrag erzählt, hat er zahlreiche Rückmeldungen dabei bekommen, die ihm bescheinigt haben, dass es eher ungewöhnlich ist, dass sich ein Landespolitiker in dieser Form mit den Menschen an der Basis persönlichen Kontakt sucht.

 

Ansichten, Einsichten und Aussichten – Die Einladung zum gesellschaftspolitischen Diskurs – Ein Beitrag zur Meinungsvielfalt gestaltet von Christian Aichmayr – jeden 2. und 4. Freitag im Monat.

Als Christian Aichmayr im Frühjahr 2013 an der Donau-Universität Krems seine Ausbildung zum akademischen Supervisor und Coach abschloss, hatte er noch den Appell seines wissenschaftlichen Leiters der Ausbildung, Dr. mult. Hilarion Petzold im Ohr: „Als Supervisor haben Sie die Aufgabe, gesellschaftspolitische Entwicklungen wahrzunehmen, zu beobachten, zu analysieren, zu kommentieren und auch zu hinterfragen.

Das ist hinkünftig Ihre Verantwortung … nehmen sie diese bewusst wahr!“ Und er holte aus: „Publizieren Sie! Scheuen Sie das nicht! Es ist enorm wichtig, dass Sie ihre Stimme erheben, dass Sie Ihren Blick schärfen, dass Sie sich eine eigene und unabhängige Meinung bilden – und diese der Öffentlichkeit dann nicht vorenthalten!“

VOR ORT soll dazu dienen, Stimmen, Meinungen und Befindlichkeiten zu hören, welchen in sonstigen Medien meist wenig Platz eingeräumt wird. Die Form dazu ist unterschiedlich: Interviews, Buchrezensionen, Analysen, Essays – vieles ist möglich. VOR ORT lebt von Interesse und Neugier und will auch versuchen, sich „gesellschaftspolitischen Phänomenen“ aus unorthodoxem Blickwinkel zu nähern.

Ein Diskurs bejaht das Gegenüber, begegnet ihm/ihr wertschätzend. Und er ist nie „fertig“! Ein Beitrag zum Diskurs beinhaltet die bisherigen Erfahrungen, Informationen, Überlegungen, Rückschlüsse, Analysen und Zuweisungen. Um den Diskurs lebendig zu halten braucht es Reaktionen, andere Meinungen, neue Informationen. Dann kann das Bild wachsen, vollständiger werden und sich weiter entwickeln – möglicherweise in eine ganz andere Richtung als ursprünglich angenommen wurde.

Und als Metapher zur Sendung wird der Sufi-Mystiker Dschalāl ad-Dīn Muhammad ar-Rūmī erwähnt, der vor 800 Jahren gemeint hat: “Die Wahrheit ist wie ein großer Spiegel der vom Himmel herabfiel und in 1000 Stücke zerbrach. Ein jeder der ein Stück davon gefunden hat, wähnt sich im Besitz des Ganzen!” Und davon abgeleitet: “Die“ Wahrheit gibt es nicht“!

Nachdem inzwischen bereits mehr als 40 VOR ORT-Radiobeiträge in den letzten Monaten von Christian Aichmayr publiziert wurden, gibt es nun ein eigenes Sendeformat dazu: Jeden 2. und 4. Freitag im Monat um 09.00 Uhr. Selbstverständlich können alle Beiträge auch unter cba.fro.at nachgehört werden.


Aktuell am 12. 8. um 9.00 Uhr – Christian Aichmayr im Gespräch mit Anton Hüttmayr 

Anton Hüttmayr ist ein Urgestein der OÖ. Politik. Der Bürgermeister von Puchkirchen am Trattberg hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten nicht nur in seinem Heimatbezirk Vöcklabruck als ÖVP-Politiker einen Namen gemacht, er war als Landtagsabgeordneter auch im OÖ. Landtag vertreten und hatte auch zahlreiche andere Funktionen inne.

Zuletzt
hat er sich nun mehr und mehr von manchen seiner früheren Tätigkeiten zurückgezogen, für mich zu einem Zeitpunkt und in einem Alter, wo so manch andere politisch tätige Mensch noch gar keine Gedanken an Rückzug verschwenden. Auch ein Buch, in welchem seine vielseitigen Erfahrungen festgehalten werden, ist ganz aktuell erschienen – und damit war für mich klar – sein Rückzug ist tatsächlich gut überlegt, er hat eine ganz bewusste Entscheidung für sich getroffen.

Als
Bewohner des Bezirkes Vöcklabruck kam ich an Anton Hüttmayr nicht vorbei – immer wenn ich die Bezirkswochenzeitungen aufschlug, blickte mir Anton Hüttmayr jahrzehntelang stets mit hoher Wahrscheinlichkeit auf irgend einer Seite im Rahmen eines Berichtes über eine seiner zahlreichen Aktivitäten auf einem Foto entgegen.

Irgendwie
gehörte er damit mehr und mehr – in einer gewissen Form – zu meinem Alltag. Das war Grund genug für mich, mit Anton Hüttmayr nun anlässlich seines Rückzuges aus der Politik ein Interview zu führen!

Das
Buch über die politischen Gedanken von Anton Hüttmayr, welches in Zusammenarbeit mit dem Publizisten Norbert Blaichinger entstanden ist, heißt „Ein Schritt zurück, Zwei Schritte vorwärts“  ist in der Edition
Innsalz erschienen und ist im guten Buchhandel erhältlich.

Fremdmaterial in The Other Ones – We Are What We Are (1987)

We Are What We Are by The Other Ones ©